Der Großschönauer Kretscham
Karl Kahlerts Chronik aus dem Jahre 1889 enthält viel Wissenswertes über die Gastwirtschaften Großschönaus. So war der Kretscham in jedem Dorf Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. In ihm wurde Gericht gehalten und natürlich auch gegessen, getrunken und gefeiert. Der Besitzer des Kretschams war bis 1807 gleichzeitig Richter. Die Kretschamwirte hatten einige besondere Rechte, dazu gehörten Bierschank, Backen und Schlachten. Später durfte auch Branntwein hergestellt werden.
Der alte Großschönauer Kretscham stand direkt neben der Friedhofsmauer östlich der Kirche, wo sich heute der Busparkplatz befindet. Er wurde 1683 neu aufgebaut und bis zu seinem Abriss 1852 genutzt. Noch im selben Jahr begann der Bau des neuen Kretschams, der 1853 fertig wurde. Als „Gasthof zur Post“ bzw. „Hotel zur Post“ (Hauptstraße 59) existierte er bis 1919.